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Die Anschläge auf das Homosexuellen-Denkmal

Seit der Einweihung gab es auf das Denkmal bereits drei Anschläge
Auf das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen wurden seit der Einweihung im Mai 2008 insgesamt drei Anschläge verübt. Immer wurde dabei das Sichtfenster beschädigt, durch das man den Film zwei sich küssender Männer sehen kann.

Klaus Wowereit und Günter Dworek am Denkmal

Der erste Anschlag ereignete sich keine drei Monate nach der Einweihung am 16. August 2008. Am 16. Dezember 2008 wurde das Denkmal erneut beschädigt. Der jüngste Anschlag geschah in der Nacht auf den 5. April 2009. Der Wachschutz überraschte die Randalierer, diese konnten jedoch fliehen.

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) verurteilte die Anschläge als "Schlag ins Gesicht aller Opfer des NS-Terrors!". Auch der Bundespräsident verurteilte die Anschläge auf das Schärfste.
Der KZ-Überlebende Rudolf Brazda äußerte sich gegenüber Berlins LSVD-Pressesprecher Alexander Zinn entsetzt: „„Das ist traurig, schrecklich traurig. Einige sind wohl unbelehrbar. Sie werden es offenbar nie akzeptieren, dass es Menschen gibt, die von Natur aus anders sind als sie."

Bundespräsident Horst Köhler verurteilte den zweiten Anschlag aufs Schärfste. In einem Schreiben an den Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD) e.V. begrüßte er die Protestkundgebung, zu der der LSVD für den 19. Dezember aufgerufen hatte. Der Bundespräsident erklärte, dass es wichtig sei, „denen entgegenzutreten, die aus niederen Beweggründen Taten wie diese begehen“.


An der ersten Kundgebung, die am Montag, dem 18. August 2008, stattfand, nahmen rund 200 Personen teil. Vertreter des LSVD entrollten vor dem Denkmal ein Transparent mit der Aufschrift "Respekt immer, Hass nimmer". Bei der Kundgebung sprachen u.a. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, LSVD-Bundesvorstand Günter Dworek, die Berliner Abgeordneten Monika Thamm (CDU) und Anja Kofbinger (Grüne) sowie Ulrich Baumann von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Klaus Wowereit nannte die Tat einen „heimtückischen und erbärmlichen Anschlag“, der eindeutig einen homosexuellenfeindlichen Charakter habe. „Ein Anschlag auf dieses Mahnmal ist eindeutig gegen Homosexuelle gerichtet. Das lässt sich sagen, ohne dass man weitere polizeiliche Ermittlungen abwarten muss.“ Wowereit erinnerte daran, dass er das Denkmal erst zwei Monate zuvor gemeinsam mit Rudolf Brazda, einem homosexuellen Überlebenden des Konzentrationslagers Buchenwald, besichtigt hatte. Der Anschlag mache deutlich, dass das Denkmal neben der Erinnerung an die NS-Opfer auch aktuelle Relevanz habe für den Kampf um Gleichberechtigung und gegen die Diskriminierung Homosexueller..  

 


An der Mahnwache, die am 19. Dezember am Denkmal stattfand, nahmen etwa 50 Personen teil, darunter auch Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hielt eine Ansprache, in der er deutlich machte, dass derartige Anschläge nicht hingenommen werden. Die Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg, Petra Rosenberg, erinnerte an die homosexuellen NS-Opfer und mahnte, dass das NS-Unrecht niemals in Vergessenheit geraten dürfe. Auch die Bundestagsabgeordneten Michael Kauch (FDP), Volker Beck (Grüne) und Barbara Höll (Die Linke) hielten kurze Ansprachen.


 Beschluss des LSVD-Verbandstages vom 5. April 2009  

Der Brief des Bundespräsidialamtes an den LSVD Berlin-Brandenburg:

„Der Bundespräsident hat die Nachricht über den Anschlag auf das Berliner Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen mit Betroffenheit zur Kenntnis genommen. Er wird sich über die Ermittlungen und deren Ergebnis berichten lassen. Eine Teilnahme an der für heute geplanten Kundgebung ist ihm aus Termingründen leider nicht möglich.

Der Bundespräsident verurteilt Anschläge wie diesen auf das schärfste. Er würdigt das Engagement derer, die die Erinnerung an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft wach halten. Dazu gehört auch, denen entgegenzutreten, die aus niederen Beweggründen Taten wie diese begehen. Darum ist auch die von Ihnen geplante Protestkundgebung wichtig. Der Bundespräsident wünscht ihr die verdiente große öffentliche Aufmerksamkeit und bittet Sie, allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern seine Grüße zu übermitteln.“


Stellungnahme des KZ-Überlebenden Rudolf Brazda

Newsletter des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg

Presseerklärung des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland

Solidaritätsschreiben von Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma

Bericht der taz vom 19. August 2008

Bericht des Tagesspiegels vom 19. August 2008

Bericht der Berliner Morgenpost vom 19. August 2008

Bericht von AFP 

 
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Aller verfolgten im Nationalsozialismus gedenken - Winkel in allen Farben der Haftgruppen