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Führungen am Homosexuellen-Denkmal

Führungen für Jugendgruppen, Schulklassen und andere Interessierte am Berliner Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.


Alexander Zinn, Mitglied im Beirat der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, bietet für Jugendgruppen, Schulklassen und andere Interessierte eine etwa einstündige Einführung zur Geschichte des Denkmals und der nationalsozialistischen Homosexuellenverfolgung an. Die Veranstaltungen finden direkt am Denkmal oder im nahegelegenen Ort der Information statt.

Im Mittelpunkt der Führungen steht die nationalsozialistische Homosexuellenverfolgung zwischen 1933 und 1945. Über 100.000 Männer wurden im "Dritten Reich" polizeilich erfasst, rund 43.000 wurden bis 1945 nach den im Jahre 1935 verschärften Paragraphen 175 und 175a des Reichsstrafgesetzbuches verurteilt. Weibliche Homosexualität wurde – außer im annektierten Österreich – nicht strafrechtlich verfolgt. Sie galt den Nationalsozialisten als weniger bedrohlich.

Ein beträchtlicher Teil der nach § 175 verurteilten Männer wurde nach Verbüßung ihrer Haftstrafe entweder von den Justizbehörden direkt ins Konzentrationslager überstellt oder bald nach der Entlassung durch die Gestapo in sogenannte „Schutzhaft“ genommen, was ebenfalls die Einlieferung ins Konzentrationslager bedeutete. Dort wurden die schwulen Männer besonders gekennzeichnet, zunächst unter anderem mit einem großen A wie im KZ Lichtenburg, später nach Einführung einheitlicher Häftlingskategorien, etwa ab 1938 mit dem "Rosa Winkel". Damit wurden sie als Angehörige einer am unteren Ende der Lagerhierarchie rangierenden Gruppe gebrandmarkt. Die Behandlung durch die SS-Mannschaften war oft besonders grausam. Oft blieb den schwulen Häftlingen auch die Solidarität ihrer Mitgefangenen versagt. Die Überlebenschance der Männer mit dem Rosa Winkel in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern war aus diesen Gründen sehr gering.

Vorsichtigen Schätzungen zufolge waren in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern zwischen 5.000 und 15.000 homosexuelle Männer inhaftiert. Ein großer Teil von ihnen überlebte den NS-Terror nicht. Rüdiger Lautmann hat die Todesrate in seinem Standardwerk von 1977 auf 60 Prozent geschätzt.

 

Um eine Führung zu buchen wenden Sie sich bitte an:
 

Alexander Zinn
Mitglied im Beirat der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Tel: +49 30 284 78 240 begin_of_the_skype_highlighting              +49 30 284 78 240      end_of_the_skype_highlighting
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(1) Rüdiger Lautmann: Seminar Gesellschaft und Homosexualität (hier insbesondere 8. Kapitel). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1977 (2. Auflage 1984).

 
 
 
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Aller verfolgten im Nationalsozialismus gedenken - Winkel in allen Farben der Haftgruppen