Home Gedenkfeiern Gedenkfeier vom 27. Januar 2010

Gedenken an verfolgte Homosexuelle

Feier zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

 

Paul O'MontisAm 27. Januar 2010 wurde der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas luden aus diesem Anlass zu einer Feierstunde am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin-Tiergarten. In diesem Jahr war die Feier dem Sänger Paul O'Montis gewidmet, der in den 20er Jahren zu den Stars der Berliner Kabarettszene gehört.

Alexander Zinn, Pressesprecher des LSVD Berlin-Brandenburg und Mitglied im Beirat der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, hielt eine Rede, in der er das Schicksal Paul O'Montis beschrieb. Im Anschluss sprach LSVD-Bundesvorstand Günter Dworek. Am Ende der Veranstaltung wurden am Denkmal Blumen und Kränze niedergelegt. Der Historiker Andreas Pretzel, der ebenfalls eine Rede halten sollte, konnte aufgrund einer Erkrankung nicht teilnehmen.
 
Der Sänger und Kabarettist Paul O'Montis, dem die Gedenkstunde gewidmet war, gehörte in den 20er Jahren zu den Stars der Berliner Kabarettszene. Er sang Lieder von Friedrich Holländer und war bekannt für seine „pikanten Chansons“ (Max Hermann-Neisse), in denen er auch mit schwulen Anspielungen nicht geizte. Ende 1933 emigrierte O'Montis nach Wien, nach dem „Anschluss“ Österreichs floh er nach Prag. Als Deutschland im März 1939 Prag besetzte, wurde er verhaftet. 1940 wurde Paul O'Montis ins Konzentrationslager Sachsenhausen eingeliefert, wo er am 17. Juli umkam. „Freitod durch Erhängen“ hieß es in der Sterbeurkunde. O'Montis war vom Blockältesten gezwungen worden, sich das Leben zu nehmen.

Rede von Alexander Zinn zum Schicksal von Paul O'Montis

Rede von Günter Dworek

 
für die gesamte Website: © Alexander Zinn 2008
Aller verfolgten im Nationalsozialismus gedenken - Winkel in allen Farben der Haftgruppen