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Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen demoliert

Protestkundgebung am Montag dem 18. August um 17 Uhr

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin ist in der Nacht zu Samstag (16. August 2008) demoliert worden. Unbekannte schlugen das Sichtfenster ein, durch das man den Film zwei sich küssender Männer sehen kann. Wie die Polizei mitteilte, bemerkte ein Passant am Morgen einen umgeworfenen Bauzaun und das zerschlagene Fenster. Täter und Hintergründe der Tat sind laut Polizeiangaben unklar.
Das erst Ende Mai eingeweihte Denkmal erinnert an die etwa 100.000 von den Nationalsozialisten verfolgten schwulen Männer, von denen 50.000 nach Paragraph 175 verurteilt und zwischen 5.000 und 15.000 in Konzentrationslager deportiert wurden.

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) verurteilt den Anschlag aufs Schärfste. Er ist ein Schlag ins Gesicht aller Opfer des NS-Terrors!

Ein schwulenfeindlicher Hintergrund ist aus Perspektive des LSVD Berlin-Brandenburg kaum von der Hand zu weisen. Offenbar fühlten sich die Täter von dem Kuss zweier Männer zu der Tat provoziert. Ein Vergleich zu den gewalttätigen Attacken auf schwule Männer, zu denen es in Berlin immer wieder kommt, drängt sich auf.

Der LSVD Berlin-Brandenburg unterstützt den Aufruf des LSVD-Bundesverbandes zu einer Protestkundgebung am Denkmal. Diese soll am kommenden Montag, dem 18. August 2008, um 17 Uhr stattfinden. Ort: Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen, Ebertstraße, Höhe Hannah-Arendt-Straße, Berlin-Tiergarten.

 
für die gesamte Website: © Alexander Zinn 2008
Aller verfolgten im Nationalsozialismus gedenken - Winkel in allen Farben der Haftgruppen