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„Was hast du für Gefühle, Moritz?“

Das Schicksal von Paul O’Montis

Rede von Alexander Zinn bei der Gedenkfeier vom 27. Januar 2010


Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr verehrte Vertreter des Bundestages und des Abgeordnetenhauses, der Bundesregierung und des Berliner Senats,

sehr geehrte Vertreter von Parteien, Stiftungen, Gedenkstätten und Opferorganisationen,

ich danke Ihnen allen, dass Sie trotz des eisigen Winterwetters zu einer Veranstaltung unter freiem Himmel gekommen sind, um an die Verfolgten des nationalsozialistischen Terrorregimes zu erinnern.

Zunächst eine Bemerkung zum Ablauf:
Leider ist unser Hauptredner Andreas Pretzel an Grippe erkrankt. Deswegen werde ich einspringen und eine Rede über das Schicksal des Sängers Paul O’Montis halten. Im Anschluss spricht Günter Dworek, Mitglied im Bundesvorstand des lesben- und Schwulenverbandes. Danach besteht Gelegenheit, Blumen und Kränze niederzulegen.

Wir begehen heute den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, denn heute vor 65 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreit. Millionen Menschen sind durch die rassistische Terror- und Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten erniedrigt, versklavt und ermordet worden. Erstes Ziel der Massenmordes waren die Juden Europas, aber auch Sinti und Roma, Behinderte und andere in den Augen der Nazis Minderwertige gehörten zu den Opfern des Rassenwahns.

Wir haben uns hier versammelt, um an eine Verfolgtengruppe zu erinnern, die lange Zeit nicht wahrgenommen wurde. Die homosexuellen Männer, die mit dem „Rosa Winkel“ gedemütigt und in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern gequält wurden. Etwa 10.000 schwule Männer wurden in die KZs verschleppt, eine vergleichsweise kleine Verfolgtengruppe. Sie sollten dort auf den rechten, heterosexuellen weg gebracht, und wenn dies nicht gelang, durch Arbeit vernichtet werden. Etwa 60 Prozent der Homosexuellen überlebten dieses „Umerziehungsprogramm“ nicht.

Opferzahlen zu nennen ist gerade bei den Rosa-Winkel-Häftlingen sehr schwierig, denn ihre Verfolgungsgeschichte war über  Jahrzehnte tabuisiert. Nach dem Dritten Reich blieb den Homosexuellen die Anerkennung als Verfolgte versagt. Schlimmer noch: Bis 1969 wurden sie in der Bundesrepublik nach dem 1935 verschärften Nazi-Paragraphen 175 weiter verfolgt.

Was wir inzwischen wissen, ist der oftmals ehrenamtlichen Arbeit meist schwuler Historiker in den vergangenen 25 Jahren zu verdanken. Allen voran ist hier Joachim Müller zu nennen, der erste Vertreter für die Opfergruppe der Homosexuellen im Beirat der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Aber an zahlreiche andere Historiker und nicht zuletzt das Schwule Museum haben hier viel geleistet.

Doch die Diskussion über Opferzahlen ist ohnehin ein fragwürdiges Unterfangen. Zumindest dann, wenn darüber die Einzel-Schicksale vergessen werden. Im Mittelpunkt der heutigen Veranstaltung soll deswegen das Schicksal eines einzelnen stehen, das von Paul O’Montis.
O’Montis, der mit bürgerlichem Namen Paul Wendel heißt, wird am 30. Mai 1940 ins Konzentrationslager Sachsenhausen eingeliefert. Am 17. Juli 1940 ist er tot. Nur sechs Wochen überlebt er die Hölle von Sachsenhausen. Paul O’Montis Schicksal ist typisch für das Schicksal vieler Homosexueller in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern.

Paul O'MontisWer war Paul O’Montis? Heute ist sein Name nur noch wenigen ein Begriff. Ende der 20er Jahre jedoch zählt er zu den ganz Großen der Berliner Kabarettszene. 1924 startet O’Montis seine Karriere in Friedrich Holländers „Laterna Magica“. Er singt Chansons und entwickelt sich schnell zum Meister des Ulk- und Nonsensschlagers. Und zumindest einen dieser Chansons kennt auch heute noch fast jeder: „In der Bar, zum Krokodil“, das berühmte Lied von Fritz Löhner-Beda, und Willy Engel-Berger, das Paul O’Montis 1928 auf Schallplatte aufnimmt.

O’Montis kommt am 3. April 1894 in Budapest als Paul Wendel zu Welt. Er ist evangelisch und wächst in Hannover auf. Mehr wissen wir nicht über seine Jugend. Und obwohl O’Montis später, zumindest in Berlin, ein wirklicher Star ist, der über 70 Schallplatten veröffentlicht, wissen wir auch über sein restliches Leben nicht viel. Mit der Auslöschung von Paul O’Montis Leben haben die Nationalsozialisten auch die Erinnerung an ihn ausgelöscht. Und so wie das Schicksal der Rosa-Winkel-Häftlinge erst allmählich wieder ins Licht der  Öffentlichkeit rückt, so muss auch Paul O’ Montis Schicksal mühsam rekonstruiert werden. Einen wichtigen Beitrag dazu hat Ralf Jörg Raber im Jahr 2000 in einem Beitrag für den Ausstellungskatalog „Homosexuelle Männer im Konzentrationslager Sachsenhausen“ geleistet.

Was wir über O’Montis wissen, betrifft vor allem sein öffentliches Leben. Etwa seine Auftritte im renommierten „Charlott-Casino“ am Kurfürstendamm, an der Seite von berühmten Kollegen wie Paul Graetz und Kurt Gerron. Die Hauswerbung des Charlott-Casinos preist ihn damals als „Heros des Chansons“. Der Kabarettkritiker Max Hermann-Neiße lobt ihn etwas weniger heroisierend für „pikante Chancons und seine sicher abwägende Technik“. O’Montis ist ein Unterhaltungskünstler im wahrsten Sinne des Wortes. Was ihn jedoch auszeichnet vor den Plattheiten vieler Kollegen sind Witz und Selbstironie. „Paul O’ Montis hat die Technik, die banalsten Modechansons so zu bringen, dass sie auch anspruchvolleren Menschen Spaß machen, weil er, über ihnen stehend, sie schon gleich launig persifliert“, schreibt Hermann-Neiße am 15. Juni 1926 im Berliner Tageblatt.

Bekannt ist Paul O’ Montis für seine zweideutigen und anzüglichen Texte. Alles dreht sich um das Thema Nummer eins, die Liebe. Die Texte sind gespickt mit sexuellen Anspielungen. Und auch mit seinem Schwulsein kokettiert O’Montis auf der Bühne gerne. Zum Beispiel beim Vortrag der Parodie „Ramona Zündloch“,  einer „Ballade aus dem Großstadtsumpf“. O’Montis leitet sie mit einem theatralischen Wink zu seinem Pianisten ein: „Beginne, Knabe“! Und im Stück „Was hast du für Gefühle, Moritz?“ fragt er: „Sind es kühle oder schwüle, Moritz?“ Zwei seiner Lieder, die er 1928 aufnimmt, fallen hier aus dem Rahmen. In „Kaddisch“ und „Ghetto“ geht es um Not  und Vertreibung einer jüdischen Familie in Polen.

Wenn auch nicht viel von Paul O’Montis überliefert ist, seine Schallplatten gibt es noch. Ich denke es ist angemessen, diese Möglichkeit zu nutzen, um ihn heute auch selbst zu Wort kommen zu lassen. Inzwischen auf CD gebrannt, hören wir nun „Ghetto“ von Paul O’Montis.

Einspielung CD: Ghetto

Not und Vertreibung kennzeichnen auch bald Paul O’Montis Leben. Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht übernehmen, hat er den Zenit seiner Karriere bereits überschritten. Die Berliner Szene scheint seiner „allzu oft gehörten Bravourstücke“ überdrüssig, die Wirtschaftskrise lässt den Absatz seiner Schallplatten einbrechen. Unter welchen Bedingungen O’Montis in den ersten Monaten nach Hitlers Machtübernahme lebt und arbeitet, wissen wir nicht. Im Oktober 1933 tritt er noch einmal bei den Scala-Festspielen auf. Den Nazis ist diese Veranstaltung schon lange ein Dorn im Auge. Als „Festspiele der anrüchigen Figuren“ verunglimpft sie Joseph Göbbels. Ende 1933 zieht Paul O’Montis die Konsequenzen und emigriert nach Wien. 1935 wird er in Deutschland offiziell mit einem Auftrittsverbot belegt.

Im Wiener Exil wird es ihm ähnlich ergangen sein wie den meisten deutschen Emigranten. Ihrer Heimat und ihrer Besitztümer beraubt, bei ihrer Arbeit auf die deutsche Sprache angewiesen, versuchen sie sich im austrofaschistischen Staat mehr schlecht als recht über Wasser zu halten. Paul O’Montis hat bisweilen Engagements im Ronacher Varieté und am Wiener Volkstheater, auch in der Schweiz und den Niederlanden tritt er auf. Eine Schallplatte kann er noch veröffentlichen. Inwieweit er von all dem seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, wissen wir nicht.

Als Österreich im Jahr 1938 seinen Anschluss an das „Dritte Reich“ feiert, flieht Paul O’Montis nach Prag. Der Fügnerplatz 6 ist seine letzte amtlich verzeichnete Adresse. Nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch deutsche Truppen im März 1939 gerät O’Montis in die Fänge der Nationalsozialisten. Er wird verhaftet und nach Zabgreb, später nach Lodz verschleppt. Über die Hintergründe dieser Irrfahrt ist ebenso wenig bekannt wie darüber, mit welcher Begründung er verhaftet wurde. Rund ein Jahr später, Ende Mai 1940, wird O’Montis schließlich unter der Häftlingsnummer 25.131 in das Konzentrationslager Sachsenhausen eingeliefert.

Untypisch an O’Montis Schicksal ist, wie er nach Sachsenhausen kommt. Seine Verhaftung muss man wohl seiner relativen Prominenz zuschreiben, sein subversiver Witz und sein offener Umgang mit der eigenen Homosexualität machten ihn zum Staatsfeind. Eine einschlägige Vorstrafe ist dagegen nicht bekannt. Das unterscheidet ihn von den meisten Rosa-Winkel-Häftlingen, die nach Verbüßung einer Haftstrafe wg. Verstoßes gegen den § 175 entweder von den Justizbehörden direkt ins Konzentrationslager überstellt oder bald nach ihrer Entlassung durch die Gestapo in sogenannte „Schutzhaft“ genommen werden.

In Sachsenhausen teilt O’Montis dass Schicksal der meisten Homosexuellen. Er wird sofort in die sogenannte „Isolierung“ eingewiesen. Dabei handelt es sich – zum damaligen Zeitpunkt – um sechs Häftlingsbaracken, die vom restlichen Lager mit einem Zaun abgetrennt sind. Neben Homosexuellen werden hier u.a. auch so genannte „Bibelforscher“, also Zeugen Jehovas gefangen gehalten. „Die Isolierung und im besonderen Maße die Strafkompanie waren in erster Linie zur Vernichtung von Häftlingen bestimmt“, so die Feststellung des Landgerichts Köln im Sachenhausen-Prozess 1964.

Vermutlich ab dem Frühjahr 1939 werden Homosexuelle grundsätzlich in die Isolierung eingewiesen, um die Verbreitung der „Seuche“ Homosexualität im restlichen Lager zu bannen, wie es der damalige Schutzhaftlagerführer und spätere Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß erklärte. Hintergrund waren die sogenannten „Sachsenhausen-Prozesse“. So hatten sich seit Ende 1938 zahlreiche Gefangene homosexueller Vergehen nach § 175 bezichtigt, in der Hoffnung, in Untersuchungshaft überstellt zu werden und auf diese Weise dem Terror im Konzentrationslager zu entkommen. Insgesamt 45 Häftlinge waren  daraufhin wg.- Vergehen nach § 175 angeklagt worden. Die Hoffnung, dem Lager auf diesem Wege zu entkommen, erfüllte sich für die meisten allerdings nicht. Erst zum Prozessauftakt wurden sie den Justizbehörden überstellt und landeten nach Verbüßung ihrer Strafe wieder im Konzentrationslager.

Paul O’Montis wird in Block 35 eingewiesen. Dort ist er dem täglichen SS-Terror ausgeliefert, der in der Isolierung ganz besonders grausam ist. Die Blockführer der SS, oft aber auch die Blockältesten, bei denen es sich um Häftlinge handelt, erproben immer neue Quälereinen und Folterpraktiken. Tagsüber werden die Gefangenen u.a. in der Strafkompanie Schuhläufer geschunden. Elf Stunden müssen sie über eine Prüfstrecke aus Kies, Sand, Schlamm und Kopfsteinpflaster marschieren, um im Auftrag des Reichswirtschaftministeriums Schuhe, Socken und andere Kleidungsstücke auf ihre Haltbarkeit zu überprüfen. Oder sie müssen den ganzen Tag im sogenannten „Stehkommando“ strammstehen. Prügel hagelt für jede noch so geringfügigen Verstoß gegen die „Lagerordnung“. Oberscharführer Ficker lässt die Häftlinge längere Zeit in der Kniebeuge sitzen und verbrennt ihnen dabei mit eine Zigarette Nase, Stirn oder Bart. Oberscharführer Knittler legt die Häftlinge über einen  Tisch, traktiert sie mit Knüppel und Peitsche und lässt sie die Hiebe zählen.

Die Überlebenschancen in der Isolierung sind gering. Als ein Häftling im Mai 1941 im Stehkommando hinter Block 35 vor Erschöpfung zusammenbricht, wird er auf Anweisung des SS-Mannes Otto Kaiser in den Duschraum getragen und mit kaltem Wasser traktiert. „Da soll sich das schwule Schwein wieder erholen“, kommentiert Kaiser den Vorgang. Nach dem Mittagessen liegt der Häftling immer noch unter der kalten Dusche, er ist inzwischen tot. „Abspritzen“ mit kaltem Wasser ist eine beliebt Mordmethode. Stundenlang wird mit einem Wasserstahl auf die Herz- und Nierengegend gezielt. Auf dem Totenschein steht dann „Herzkollaps“ oder „Herz- und Kreislaufversagen“.

Besonders perfide sind die angekündigten Morde, ein Schicksal, das auch Paul O’Montis trifft. Wenn der Blockführer beim Appell sagt: „Dieses Schwein möchte ich morgen nicht mehr sehen“, ist das das Todesurteil. Die Blockältesten morden mitunter aber auch aus eignem Antrieb. Aus einer eidesstattlichen Erklärung des ehemaligen politischen Häftlings Robert Brink wissen wir, was Paul O’Montis erleben musste.

Ich zitiere aus Robert Brinks Erklärung:
„Im Block 35 befanden sich die Homosexuellen. [...] Der Blockälteste [...] mordete dauernd Leute in seinem Block. Weder die Lagerleitung noch die SS in der Isolierung boten diesem Treiben Einhalt. Mir als Lagerältestem der Isolierung war es von dem Leiter der Isolierung, Bugdalle, wie auch von den SS-Leuten Knittler und Ficker wiederholt streng untersagt worden, mich um diese Angelegenheiten zu kümmern. Eines Sonntagnachmittags kam der bekannte Vortragskünstler, genannt Paul Remontes, zu mir und bat mich um meinen Schutz, da ihm von Seiten des Blockältesten Ruppel angedroht worden war, er würde in der kommenden Nacht erledigt werden. Ich besprach die Sache mit meinem Vertrauten und Stubenältesten Paul Bonnemann. Bis in die Nacht haben wir beide heimlich zusammengesessen und beratschlagt, wie dem Burschen sein mörderisches Handwerk gelegt werden könne. Das Ergebnis war folgendes: Unter eigener Lebensgefahr ging ich am nächsten Tag, durch den in der Nacht tatsächlich erfolgten Mord an Paul Remontes erbittert und ermutigt, zu Bugdalle hin“.

Soweit das Zitat. Robert Brink gelang es tatsächlich, die Ablösung Ruppels zu erreichen. Für Paul O’Montis jedoch war dies keine Hilfe mehr. Und das Morden fand auch nach der Ablösung  Ruppels kein Ende. Im Gegenteil: Zwei Jahre später, im Sommer 1942, erreichte es erst seinen Höhepunkt. Nachdem die Rosa-Winkel-Häftlinge von der Isolierung ins Außenlager Klinkerwerk verlegt worden waren, wurden von Juli bis September 1942 mindestens 200 schwule Männer ermordet. 89 der Ermordeten sind uns heute namentlich bekannt.

Die Isolierung seit 1939, die Strafkommandos und die gezielte Mordaktion vom Sommer 1942 überlebten nur wenige Homosexuelle. Die meisten überstanden den täglichen Terror nicht lange – zwischen Einlieferungs- und Todesdatum liegen in der Regel nur wenige Tage oder Wochen. Für Rosa-Winkel-Häftlinge war Sachsenhausen im fraglichen Zeitraum faktisch ein Vernichtungslager. Ich benutze diesen Begriff, auch wenn er gewöhnlich nur für die Lager in Osteuropa verwendet wird, in denen der industrielle Massenmord an den europäischen Juden vollzogen wurde. Ich glaube aber, dass es zu einer differenzierten Betrachtung gehört, genau hinzuschauen und das besondere Schicksal einzelner Häftlingsgruppen in bestimmten historischen Perioden entsprechend zu würdigen. Und dazu gehört es, darauf hinzuweisen, dass Homosexuelle in Sachsenhausen in den Jahren 1939 bis 1942 kaum eine Überlebenschance hatten. Ebenso anzumerken ist, dass sich die Situation ab 1943 deutlich verbesserte. Der Krieg erforderte eine „effektivere“ Nutzung der Arbeitskraft aller Häftlinge, weshalb die Haft- und Arbeitsbedingungen ab Mitte 1943 erleichtert wurden. Davon profitierten auch die Homosexuellen.

Die nationalsozialistischen Konzentrationslager waren rechtsfreie Räume, in denen Folter und Mord zum Alltag gehörten. Wurde ein Häftling „auf der Flucht erschossen“ - eine weitere beliebte Mordmethode, die vor allem im Klinkerwerk angewendet wurde -  dann wurde der Mörder mit Sonderurlaub belohnt. Und dennoch: Auch den brutalsten SS-Schergen war bewusst, dass es Unrecht war, was sie hier trieben. Nur so lassen sich die ausgefeilten Methoden erklären, mit denen die Morde intern gerechtfertigt, vertuscht oder als scheinbar natürliche Todesfälle kaschiert wurden. Nach außen musste der Schein gewahrt werden. Wie im Fall von Paul O’Montis: Im Sterberegister des Standesamtes Oranienburg findet sich als Eintrag 3312: „Paul Wendel, 17.7.40, 2 Uhr. Freitod durch Erhängen“.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!

 
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